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SZ Mitgründer Dr. Wendelin Hecht ruht in Schemmerhofen

Gemeinsam am Grabmal versammelt (v.li.): Tobias Götz (Regionalleiter SZ), Simone Romer Friedhofsamt, Selina Orgass (Bauamt), Gerd Mägerle (Redaktionsleiter SZ), Alfons Link (Gemeindeverwaltung), Nichte Marianne Brückner mit Ehemann Wilfried Müller, Geschäftsführer Lutz Schuhmacher (Schwäbisch Media) und Bürgermeister Tappeser.

 

Am Montag, 1. Dezember 2025 konnte Bürgermeister Klaus Wilhelm Tappeser gemeinsam mit Lutz Schumacher, Geschäftsführer von Schwäbisch Media sowie die Nichte, Marianne Brückner, geb. Hecht aus Lindau, die neu renovierte Grabstätte von Dr. Wendelin Hecht gebührend würdigen. 

Marianne Brückner freute sich über das neu restaurierte Grabmal und bedankte sich bei Bürgermeister Tappeser für die Würdigung ihres Onkels. Auch Lutz Schuhmacher bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schemmerhofen.

Das wunderschöne schmiedeeiserne Grabkreuz stand schon seit Hechts Tod am 11. November 1947 auf dem Friedhof beim „Aufhofener Käppele“ und ist manchem Schemmerhofener wohl schon des Öfteren ins Auge gestochen. Der Mitgründer der „Schwäbischen Zeitung“ war am 11. November 1947 im Alter von gerade einmal 53 Jahren verstorben. Mit ihm im Grab ruht seine Ehefrau Amalie die 1897 geboren und 1976 verstorben ist.

Als es Anfang des Jahres aufgelöst werden sollte, erinnerte der ehemalige Altheimer Ortsvorsteher Hans Müller, das wandelnde Geschichtsbuch aus Altheim, an die historische Bedeutung des Grabmals. Dank dieser Initiative und der Vermittlung von der Schwiegertochter Anneliese Mattle konnte die stark verfallene Grabstätte im Laufe des Jahres gerettet werden: Das schmiedeeiserne Kreuz wurde auf Kosten des Schwäbischen Verlags durch die Firma Städele Natursteine in Mietingen fachgerecht restauriert. Abschließend hat es nun einen Ehrenplatz direkt am „Käppele“ bekommen. Bürgermeister Tappeser bedankte sich im Namen der Gemeinde bei Lutz Schumacher und der Schwäbischen Zeitung dafür, dass ein verdienter Bürger Schemmerhofens einen würdigen Ehren- und Gedenkort erhalten hat. 

Geboren wurde Dr. Wendelin Hecht am 31. Oktober 1893 in Langenschemmern, aufgewachsen ist er mit vier Brüdern und zwei Schwestern im Ortsteil Altheim. 

Ab 1934 war er Verlagsleiter der „Frankfurter Zeitung“, der Vorläuferin der heutigen „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Als das Blatt dann anderthalb Jahre vor Kriegsende verboten wurde und seine Mitarbeiter mit Verfolgung rechnen mussten, hatte sich Hecht in seine oberschwäbische Heimat zurückgezogen. Nach Kriegsende wurde er kurzzeitig zum stellvertretenden Landrat des Kreises Biberach berufen. In dieser Funktion lernte er im Sommer 1945 einige der Verlegerfamilien des „Verbo“-Verbunds kennen, jener „Vorläuferorganisation“ der „Schwäbischen Zeitung“, die bereits zu Zeiten der Weimarer Republik bestanden hatte. Er trat als Gesellschafter mit in das neu gegründete Unternehmen ein und trug maßgeblich dazu bei, dass eine wirklich neue Redaktion entstand, unbelastet vom Geist der Nazi-Zeit, gegen den sich die Verbo-Blätter, so lange es ihnen möglich gewesen war, immer zur Wehr gesetzt hatten. Der „Schwäbischen Zeitung“ verhalf er von Anfang an zu einer gewissen Weltläufigkeit, die sie sonst wohl nicht erhalten hätte. Dr. Wendelin Hecht war es zudem, der den Titelkopf der „Schwäbischen Zeitung“ so gestalten ließ, wie er bis heute geblieben ist: In Frakturschrift, die unübersehbaren Anklang nimmt an jene der „Frankfurter Zeitung“ und ihrer Nachfolgerin „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Er sei aber auch nicht immer ein einfacher Zeitgenosse gewesen, aber für seine Mitarbeiter habe er „wie ein Löwe“ gekämpft, weshalb sie ihn „grenzenlos verehrt“ hätten, heißt es in einem Nachruf.

In dem Nachruf 1947 von Johannes Schmid hieß es über das Grabmal, so in Form gebracht, kann es fortan auf einem Ehrenplatz auf dem Friedhof in Schemmerhofen, den die Gemeinde bereitgestellt hat, ein dauerhaftes Zeugnis einer Persönlichkeit ablegen, ohne die die „Schwäbische Zeitung“ heute nicht das wäre, was sie ist

 

 

 

 

 

 

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Schemmerhofen

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