Mehrzweckhalle Ingerkingen gewinnt deutschen Architekturpreis
Die Gemeinde Schemmerhofen wurde beim Deutschen Architekturpreis 2025 ausgezeichnet. Grund dafür ist die seit Juli 2024 abgeschlossene Sanierung der Mehrzweckhalle in Ingerkingen. Am 18. September 2025 fand die Preisverleihung in Berlin statt. Dort erhielten das Architekturbüro Atelier Kaiser Shen aus Stuttgart und die Gemeinde eine von insgesamt zehn Auszeichnungen.
Der Deutsche Architekturpreis wird nur alle zwei Jahre verliehen und gehört zu den wichtigsten Preisen für Architektur in Deutschland. Eine namenhafte Fachjury wählte 11 Projekte aus 201 Bewerbungen aus und lud sie zur Preisverleihung ein.
Viele Jahre, noch mehr Arbeitsstunden und rund sieben Millionen Euro sind in die Mehrzweckhalle Ingerkingen hineingeflossen. Für die Großaufgabe hatten sich die beauftragten Architekten vom Büro Atelier Kaiser Shen in Stuttgart besondere Lösungen ausgedacht. Nun sind sie für ihre intensive Arbeit belohnt worden. Der Preis gilt als die wichtigste staatliche Auszeichnung für Architektur in Deutschland und wird gemeinsam vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen(BMWSB) sowie der Bundesarchitektenkammer (BAK) ausgelobt.
Ausgezeichnet wurde das Projekt besonders für die Verbindung von Alt und Neu. Die Jury nannte es ein „überzeugendes Gesicht“ für das Konzept des Weiterbauens und der hier beschrittene Weg der Bestandsnachnutzung könne als Vorbild für die Sanierung vieler weiterer Hallen dienen.
Für Florian Kaiser, Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und einer der Gründer des Architekturbüros, ist es eine ganz besondere Auszeichnung und ein ganz besonderes Projekt. Er ist in Ingerkingen aufgewachsen und es sei ein schönes Gefühl gewesen in seiner Heimat zu bauen, deshalb hat er zusätzlich viel Herzblut in das Projekt gesteckt. Nun freute er sich umso mehr, dass nicht nur die Ingerkinger, sondern auch die Fachwelt die Mehrzweckhalle so gut aufnehmen.“
Gemeinsam mit Florian Kaiser war auch Kilian Juraschitz, der verantwortliche Projektleiter, bei der Preisverleihung in Berlin.
Auch in der Gemeinde Schemmerhofen freut man sich über die Auszeichnung. Bauamtsleiter Markus Lerch sieht sie als Symbol für ein von Anfang bis Ende perfekt durchdachtes und rundes Konzept, welches von allen Beteiligten vor Ort und auf der Baustelle perfekt umgesetzt wurde. Geholfen haben dabei auch die Ingerkinger Vereine, die sehr viel Eigenleistung eingebracht haben. Große Unterstützung kam auch vom damaligen Ortsvorsteher Paul Haid. Die innovative Holzrahmenkonstruktion mit seinen zulaufenden Stützen und den Fischbauchträgern, machte es möglich, den neuen Anbau auf die alten Fundamente zu setzen und so möglichst viel Bestand zu erhalten. Dies sei „Pionierarbeit, welche sich zukünftig sicherlich häufig wiederholen wird“, hofft Lerch. Maßgeblich für das Gelingen des Projektes war die partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten am Projekt und der hohe Grad an Identifikation der Bewohner Ingerkingens mit ihrer Halle. Gemeinschaftlich an einem Strang zu ziehen kann den Verlauf eines Bauprojekts maßgeblich positiv beeinflussen.
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