Am Montag kommt der Muskelkater

Beim Probetraining im Stand-up-Paddeln in Alberweiler finden viele ihren Spaß

Alberweiler
Heiteres Johlen begleitet einen Sturz ins Wasser, Beifall gibt es obendrein. Die Stimmung beim Kurs im Stand-up-Paddeln (SUP) auf dem Alberweiler Badesee ist entspannt, gar euphorisch. Die Kanu-Abteilung der TG Biberach hat den Teilnehmern nicht nur im Handumdrehen das Paddeln beigebracht, sie hat Träume in Erfüllung gehen lassen.
Alle Teilnehmer haben seit einiger Zeit sehnsüchtig auf das stille Gleiten der anderen geschaut und sich dann hoch motiviert auf das Kursangebot gestürzt. „Wir hatten großes Interesse, jetzt ist auch der Suchtfaktor da. Wir hatten Riesenspaß und machen ganz bestimmt weiter“, ist die Zusammenfassung der fidelen Truppe. Auch ein bedauerndes „Oh, schon vorbei?“ ist zu hören. „Wir hören nicht früher auf - wir haben drei Viertelstunden länger gemacht als bezahlt“, stellt Peter Ludwig klar. „Also hat es uns auch Spaß gemacht mit Euch.“
Zurück an Land kommen die letzten Fragen nach dem richtigen Brett, nach einer wasserdichten Dokumententasche, guten Fahrmöglichkeiten und neuen Kursen. Manche denken schon ziemlich weit: „Und wie ist das dann am Meer mit den Wellen?“ Hans Compter von der TG Biberach grinst. „Da musst du gar nicht ans Meer, da reicht schon der Bodensee und du bist ständig am Arbeiten. Am Anfang bleibst du besser auf einem ruhigen Fluss.“ Und dann wagt er einen Blick in die nahe Zukunft: „Wenn ihr alles richtig gemacht habt, kommt morgen der Muskelkater.“
Dieses Jahr sei der Zuspruch eher verhalten gewesen, wundern sich die beiden Herren der TG Biberach. „Sonst machen wir von neun Uhr morgens ohne Pause durch. Heute waren es nur zwei Kurse mit 20 Teilnehmern.“ Eineinhalb Stunden dauert die Einführung und das Stand-up-Paddeln ist angeblich „gar net so arg schwer“.
Die Damen erzählen stolz, dass sie erstaunlich gut aufs Brett gekommen seien - und nur selten gefallen. Sie erklären lachend, weshalb nur Frauen da seien. „Männer meinen, sie sind Helden und können alles von allein, die lassen sich ungern was sagen.“ Peter Ludwig nickt bestätigend. „Männer stehen eher spontan drauf und wollen selbst probieren. Sie meinen, sie brauchen keinen, der ihnen sagt, wie es richtig ist. Frauen wollen es korrekt erlernen, das ist gut so.“
Hinführen, die Fehler erkennen und korrigieren, und dann kommt der Spaß. So versprechen es die Biberacher Sportler. Zuerst dürfen die Schüler auf den Knien paddeln und den Vorwärts- und Steuerschlag probieren, dann erst folgen Bogen- und Kurvenschlag und all die Feinheiten, die das Stand-up-Paddeln zum eleganten Fahrvergnügen werden lassen. „Natürlich sind unsere Teilnehmer jetzt keine Meister, aber sie haben Spaß gehabt und beherrschen ihr Gerät,“ lobt Peter Ludwig, der Präsident des Kanu-Verbands Baden-Württemberg ist.
Nebenan ist eitel Sonnenschein. „Klar hab ich drei Mal das Wasser geschmeckt und es geht auch mächtig in die Arme. Es dauert ein bissle, bis man das Gehörte umsetzen kann, aber dann ist es ein irre Gefühl“, sagt eine Teilnehmerin. So viel Jubel nach einem Kurs ist ein schöner Erfolg . „Die Füße sind verwurzelt mit dem Boot, dann kann man besser mit den Hüften wackeln und das Boot drehen, so einfach ist das.“ Und schon schütten sie sich wieder aus vor Lachen.
Peter Ludwig lacht mit. „Es macht großen Spaß, SUP zu trainieren. Jemandem eine Eskimorolle beizubringen, kann viele Wochen dauern - aber hier sieht man so schnell einen Erfolg. Nach zwei Stunden haben die Teilnehmer ein Grinsen im Gesicht - und das ist für mich die schöne Seite am Trainerleben.“ Eigentlich war er ein „Späteinsteiger“, ist erst vor zwölf Jahren zum Kanu gekommen. „Diese Sportart ist sehr gesund für alle Muskelgruppen.“ Vor sechs Jahren lernte er bei der Trainerausbildung das SUP kennen, jetzt sei es nicht mehr wegzudenken aus seinem Leben.
Weit weg vom Alltag
„Hans ist früher Wildwasser gefahren und hat am Anfang gelästert. Er war der große Skeptiker - jetzt ist er der Oberfreak und war sogar schon in Schottland in der Brandung, was ich mich nicht trauen würde,“ berichtet Peter über den Abteilungsleiter. Beide sind sich einig, dass man auf dem SUP eine andere Perspektive und einen anderen Überblick habe als im Kanu. Man sei gefühlt weit weg vom umtriebigen Alltag. „Es ist ein intensiveres Naturerlebnis und wir versuchen zu lehren, dass wir uns im Einklang mit der Natur verhalten,“ betont Hans Compter.
Warum hat er seine Meinung zum SUP geändert und sogar eine stark frequentierte Afterwork-SUP-Gruppe gegründet? „Man sucht sich im Alter andere Herausforderungen als Wildwasserfahrten. Ich hab irgendwann gemerkt, dass ich nicht mehr alles machen kann und will.“ Weil er grundsätzlich ein sehr ehrgeiziger Mensch sei, galt das auch für das SUP: „Aber ganz ehrlich, ich bin viel öfter im Wasser gelandet als die Teilnehmer heute.“
Beide Wassersportler loben die Heimat. „Auf der Iller ist das fast wie in einem Fjord in Norwegen“, schwärmt Peter Ludwig. Und Hans Compter fügt hinzu: „Wir haben in Oberschwaben und im Allgäu so eine schöne Landschaft mit einem so schönen Naturerlebnis!“ Zudem sei das SUP absolut unkompliziert zu handhaben. Rein ins Auto, vor Ort aufpumpen, raus aufs Wasser und rein in den Genuss. Seine persönlichen Grenzen seien noch lang nicht ausgeschöpft, verrät er augenzwinkernd - und die heutigen Teilnehmer lädt er gleich zu einer Fahrt auf der Iller ein. Dort gilt wie überall das oberste Gebot: „Man ist immer Gast und respektiert den Lebensraum Wasser.“
In Alberweiler aber kehrt Ruhe ein. Kaum sind die Bretter draußen, beanspruchen die Blässhühner wieder ihr Terrain. Ohne Brett, aber auch mit viel Geschrei und Planschen.
(Quelle: Schwäbische Zeitung)

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