Der gro­ße Traum von der klei­nen Schu­le

Rektor Franz Romer hört in Schemmerberg auf und berichtet aus 26 Jahren Schulalltag

Schemmerberg - Fragt man Schulleiter Franz Romer nach dem schlimmsten Erlebnis in 26 Jahren, dann holt er kurz Luft und blickt aus dem Fenster. Dorthin, wo die Tischtennisplatte steht, gesponsert von Eltern der Schule. Beim Aufstellen der Platte sei die aus einem halben Meter Höhe auf den Boden gekracht, dabei brach ein Teil davon ab. Aber: Das ist mehr als zehn Jahre her. "Sonst hatte ich hier kein schlimmes Erlebnis", sagt der 65-Jährige. "Ich habe mich hier immer angenommen und aufgehoben gefühlt." Die kleine Dorfschule in Schemmerberg, sie war Romers großer Traumberuf. Am Freitag verabschieden ihn Schüler, Kollegen und Eltern in den Ruhestand - Romer sagt, er blicke auf eine "erfüllte Zeit" zurück.
Eine große Schule, eine reine Verwaltungstätigkeit, das wäre ihm ein Graus gewesen. "Ich mag Kinder und vor allem das Unterrichten war mir immer wichtig", erzählt der gebürtige Ingerkinger. Die Grundschule in Schemmerberg mit 70 Schülern und fünf Kollegen sei ideal gewesen. Er habe hier viel Gestaltungsfreiheit genießen dürfen. Aber eine "heile Welt" gebe es auch in Schemmerberg nicht mehr.
"Die Schüler sind genauso lieb und nett wie früher, manche kosten nur etwas mehr Kraft", sagt Romer. Vielleicht liege es aber auch am Alter, dass ihm manches heute beschwerlicher vorkomme.
Als Klassenlehrer und Rektor habe er oft den Kontakt mit seinen Schülern gesucht, sich beim Mittagessen oft mit an den Tisch gesetzt. Manchmal hörte er einfach nur zu, wenn die Schüler von ihren Erlebnissen erzählt haben, manchmal ermahnte er, wenn er feststellte, dass manche wenig Talent zeigten im Umgang mit Messer und Gabel. Manches, was er hörte, aber machte ihn stutzig. Wenn Kinder von ihren Video und Ballerspielen erzählten zum Beispiel. "Hör mal, draußen spielen, macht doch viel mehr Spaß", habe er einmal gesagt. Doch zugleich wehrt sich Romer gegen die Verteufelung moderner Technik. "Es gibt zum Beispiel tolle Lernspiele, da steh ich voll dahinter", sagt er.
Die Aufgabe der Grundschule unter seiner Leitung habe er vor allem im Lehren von "Lesen, Schreiben, Rechnen" gesehen, dem "Kerngeschäft, wie Romer es nennt. Wichtig sei ihm der Praxisbezug: Wenn zum Beispiel Maßeinheiten auf dem Lehrplan stehen, sei es selbstverständlich, dass die Kinder einmal den Weg zur Turnhalle vermessen. "Das konkrete Lernen mit Herz und Hand prägt sich ganz anders ein als reine Theorie."
Wenig Geld, viel Idealismus
Die Herausforderung sei selten das Unterrichten gewesen, viel mehr aber die Verwaltung der Schule: In 26 Jahren sei jedoch fast keine einzige Stunde ausgefallen. "Da bin ich stolz drauf", erzählt er. Wenn es eng wurde, sei er auch selbst eingesprungen.
Die Verwaltungsaufgaben verlagerte er dann meistens auf den Samstagmorgen, wenn er - nach dem Flötenunterricht für seine Schüler - ein paar ungestörte Stunden in seinem Rektorat fand. Eine Sekretärin hatte die Schule keine, dafür aber einige motivierte Realschüler und Gymnasiasten, die zuvor beim Flötenunterricht und anschließend im Rektorat aushalfen - und von der Gemeinde dafür entlohnt wurden. Das Modell habe all die Jahre gut funktioniert, erzählt Romer. Dennoch will die Schule künftig auf ein professionelles Sekretariat setzen.
Der Verwaltungsaufwand habe deutlich zugenommen. Die neueste Spitze des Eisbergs sei die jüngste Datenschutzverordnung, klagt der scheidende Rektor. "Wenn die Vorschriften den Kindern unmittelbar Vorteile bringen, zögere ich keine Sekunde, sie umzusetzen. Aber wenn nur die Verwaltung aufgebläht wird, habe ich ein Problem damit." Das trage auch dazu bei, dass Leitungsstellen unbeliebter würden.
Als es an die Suche nach einem Nachfolger ging, plagten ihn die Sorgen, erzählt Romer. Die Zulagen seien gering, die Größe der Schule finanziell oft kaum interessant. "Bei mir war auch immer viel Idealismus dabei", sagt er, "aber es war mein Herzenswunsch, dass es weitergeht."
Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Die Verabschiedung des bisherigen Rektors wird auch die Einsetzung seiner Nachfolgerin sein, Andrea Jeutter. Jeutter war bislang bereits Konrektorin. Romer sagt über sie: "Ich stehe zu 100 Prozent hinter ihr, da brauchen sich die Schemmerberger gewiss keine Sorgen machen."
Etwas Wehmut ist an der Schule dennoch zu hören: "Er war sehr nett und hatte viel Geduld, auch mit Schülern, die etwas nicht auf Anhieb verstanden haben", sagt die zehnjährige Anna Lena aus Schemmerberg. "Es macht mich schon traurig, dass er geht."
Für Romer kommt mit dem Ruhestand jetzt auch eine Zeit der Ungewissheit: "Man sagt immer, den Ruhestand sollte man planen, aber ich hatte noch gar keine Zeit zum Planen." Ideen aber hat er bereits: Sein Haus will er sanieren, außerdem "runterkommen", lesen und "umweltfreundlich mit dem Fahrrad reisen".
Außerdem warten drei Enkel auf ihn. Mit ihnen möchte er mehr unternehmen, Ausflüge machen, ihnen die Region zeigen und die Lust am Lernen wecken. "Ein bisschen unterrichten eben."
(Quelle: Schwäbische Zeitung)

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