Das Jahr in Ingerkingen prägt fürs Leben

Junge Menschen erzählen, weshalb sie ein Freiwilliges Soziales Jahr weiterbringt

Zehn bis 15 Prozent eines Schuljahrgangs entscheiden sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), so die Zahlen der Freiwilligendienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. In sozialen Einrichtungen leisten die jungen Menschen wichtige Unterstützung - auch in der Schule St. Franziskus in Ingerkingen. Von der Mithilfe im Schulalltag profitieren nicht nur die Kinder mit Behinderung. Die jungen Freiwilligen nehmen wichtige Erfahrungen mit, die ihre Persönlichkeit prägen. Das zeigte sich bei einem Besuch des Bundestagsabgeordneten Josef Rief.
"Das Leben ist nicht schwarz-weiß, sondern vielfältig, komplex und widersprüchlich. Das ist die wichtigste Erfahrung, die junge Menschen im Freiwilligendienst machen", sagte Petra Honikel, Geschäftsführerin der Freiwilligendienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die gemeinnützige GmbH vermittelt Bewerber an Einrichtungen und begleitet sie während der Dauer ihres FSJ oder Bundesfreiwilligendiensts (BFD). Die Nachfrage nach diesen Angeboten steigt kontinuierlich. 676 junge Menschen machten 2013 ihren Dienst über die Einrichtung der Diözese, aktuell sind es bereits mehr als 1200.
Zu ihnen zählen die Abiturientinnen Leonie Hinz aus Dietelhofen und Sara Breckel aus Laupheim, Jana Maas aus Uttenweiler, die nach dem Realschulabschluss ihr FSJ macht, und die chinesische Studentin Ting Wang, die über eine Kooperation der Freiwilligendienste nach Ingerkingen kam und danach gerne in Deutschland weiterstudieren würde. Seit September arbeiten die vier in der Schule St. Franziskus mit. Ihre Aufgaben sind vielfältig: von pflegerischer Unterstützung wie wickeln, über Essen geben bis zur pädagogischen Begleitung im Unterricht.
Schule braucht die FSJler
"Etwa acht FSJlerinnen haben wir pro Jahr an unserer Schule", berichtete Konrektor Thomas Kehm. "Sie unterstützen die Lehrkräfte in ihrer täglichen Arbeit. Sie bilden eine Ergänzung, ohne die wir nicht arbeiten könnten." Denn man müsse zu dritt oder zu viert in einer Klasse sein, aber das Land stelle nicht so viel Personal zur Verfügung, erläuterte er.
Für die jungen Frauen bringt der Arbeitsalltag Herausforderungen, die sie aus ihrer Schulzeit nicht kannten. Eine davon ist, mit Kindern zu kommunizieren, die nicht sprechen können. "Man muss ihr Vertrauen gewinnen, auf sie eingehen und genau auf ihre Zeichen achten, um einschätzen zu können, was sie möchten", erzählten Ting Wang und Jana Maas. Neben solchen Handicaps in der Kommunikation haben die Schüler die unterschiedlichsten Einschränkungen. Welche Bandbreite der Behinderungen es gebe, und dass so schwer mehrfachbehinderte Kinder eine Schule besuchen, sei für sie neu gewesen, berichtete Leonie Hinz. Die Lernziele in St. Franziskus unterschieden sich folglich von denen an Regelschulen. Bei schwer mehrfachbehinderten Schülern gehe es nicht darum, dass sie später lesen, sondern darum dass sie ihren Körper wahrnehmen könnten. "Es gilt zu erkennen, was für einen Schüler in seiner Individualität wichtig ist und dies zu fördern", sagte sie. "Es geht darum, dass diese Kinder ein Recht auf Schule haben."
An den Bundestagsabgeordneten Josef Rief hatte Leonie Hinz einen klaren Wunsch. Sie erhalte 360 Euro FSJ-Taschengeld, das sei angesichts gestiegener Preise und der geleisteten Arbeit niedrig, sagte sie. "Ich kann nachvollziehen, dass 100, 200 Euro mehr schön wären, aber dann müsste man das System insgesamt verschieben", antwortete Rief und wies darauf hin, dass das Geld aus Steuermitteln stammt. "Wenn etwas wichtig ist, ist Geld da", erwiderte Peter Wittmann, Vorstandssprecher der Stiftung, mit Blick auf die Summen, die der Kohleausstieg verschlingen wird.
Pflichtjahr Ja oder Nein?
Er sprach auch das Thema verpflichtendes Dienstjahr für junge Leute an. Mit dem Wehr- und Zivildienst gehe eine gesellschaftliche Erfahrung verloren, fand Wittmann. "Ein Bankdirektor, der im Zivildienst war, sieht die Welt anders." Beim achtjährigen Gymnasium fehle zudem die Zeit für soziales Engagement. "Eine verpflichtende Zeit im sozialen Bereich würde uns als Gesellschaft gut stehen", argumentierte Wittmann. Er sei dagegen, antwortete indes Josef Rief. Ein solches Pflichtjahr sei rechtlich nur möglich über den Wehrdienst, andernfalls müsse man das Grundgesetz ändern.
"Die Politik sollte das FSJ attraktiver machen, statt es zur Pflicht zu erheben", fand Leonie Hinz. Sie selbst werde viel mitnehmen aus dem Freiwilligendienst. "Die Empathiefähigkeit wird gestärkt und man lernt eine ganz andere Art der Achtsamkeit", erklärte sie. Auch sie sammle wichtige Erfahrungen im FSJ in Ingerkingen, sagte Sara Breckel. Die Schüler brauchten absolute Regelmäßigkeit. "Die grundsätzliche Bedeutung von Strukturen ist mir in der Arbeit mit den Kindern klar geworden." Wie prägend die Eindrücke aus dem FSJ sein können, machte auch Wolf-Dieter Korek von der St.-Elisabeth-Stiftung deutlich. "Wir haben FSJler, die nach zehn Jahren noch sagen, es tat uns gut", stellte er fest.
(Quelle: Schwäbische Zeitung)

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