Je­der Flug ein Aben­teu­er

Albert Schneider vom Gleitschirmclub Oberschwaben ist noch heute fasziniert von der Freiheit

Schemmerhofen - Sie leben den Traum vom Fliegen: Die Mitglieder des Gleitschirmclubs Oberschwaben treffen sich einmal im Monat zum Stammtisch in Schemmerhofen und sind noch öfter gemeinsam in der Luft unterwegs. Doch dem Verein mangelt es massiv an jungen Mitgliedern. Gründungsmitglied Albert Schneider kann das kaum verstehen. Der 70-jährige Rentner aus Oberdischingen steigt in die Lüfte, wann immer es geht - trotz künstlichen Gelenken und einem Herzschrittmacher. Der Gleitschirmsport fasziniere ihn seit seiner Kindheit.
Im zarten Alter von acht Jahren hatte Albert Schneider eine kühne Idee: Über eine Leiter stieg er auf das Dach des Elternhauses. Von dort wagte er seinen ersten Sprung. Mit einem Regenschirm. "Das Ergebnis waren zwei Brüche im Oberarm und ein längerer Krankenhausaufenthalt", erzählt er heute. Doch den Traum vom Fliegen gab Schneider nicht auf. Wenn er tagsüber auf dem Hof seiner Eltern die Kühe hüten sollte, schaute er oft zu den Bussarden hinauf. "Mich faszinierte, wie mühelos die Tiere durch die Luft gleiten."
Verein sucht junge Mitglieder
Als Teenager absolvierte Albert Schneider dann bei Schelklingen die Ausbildung als Gleitschirmflieger und gründete schließlich 1992 den Gleitschirmclub Oberschwaben. An den Wochenenden fuhren die Flugbegeisterten gemeinsam in die Alpen, der Club bekam immer mehr Zulauf. "Das war ein Selbstläufer."
Viele sind der Gruppe treu geblieben, doch junge Menschen kommen kaum nach. Ein Problem, das symptomatisch sei für viele Gleitschirm-Vereine - und dort oft noch häufiger auftritt als bei anderen Vereinen. In den vergangenen fünf Jahren seien gerade einmal zwei Hobbyflieger eingetreten, die unter 35 Jahre waren. Schneider glaubt, dass der riskante Sport einen schweren Stand habe in der heutigen Zeit: "Das Hobby ist sehr zeitintensiv und aufwändig."
Dabei können Flugschüler mit regelmäßigem Training nach wenigen Monaten bereits alleine fliegen und gebrauchte Ausrüstung gebe es zudem schon ab 1500 Euro. In der Luft sei dann Technik und Konzentration gefragt. Mit Fingerfertigkeit muss der Pilot seinen Schirm bewegen, auf die Thermik und Winde reagieren und dabei auch auf Flugverbotszonen achten. Belohnt werde er dafür mit unbeschreiblichen Ausblicken und dem Gefühl, frei in der Luft zu sein. "Die Faszination liegt darin, mit so geringem Aufwand überhaupt fliegen zu können - und dann noch in solche Höhen", schwärmt Schneider.
An guten Tagen kommt er in den Alpen auf bis zu 4000 Meter Höhe und fliegt mit bis zu 20 Kilometern pro Stunde. Dabei sei er sich bewusst: "Es ist ein Risikosport."
In seiner 30-jährigen Fliegerkarriere musste er zwei Mal notlanden. In Kärnten wurde er vor einigen Jahren von Turbulenzen überrascht, mit dem Notfallschirm landete er mitten im Tiefschnee und musste über einen steilen Bergwald absteigen. Im vergangenen Jahr blieb er in den Dolomiten an einem Baum hängen und musste mit einer aufwändigen Rettungsaktion befreit werden. Die Kosten in Höhe von 7000 Euro trugen seine speziellen Versicherungen.
Über den Gleitschirmclub können die Versicherungen günstiger abgeschlossen werden, wirbt Schneider. Zudem geben die erfahrenen Piloten ihr Wissen gerne weiter. Der Verein sei offen für jedes interessierte Mitglied, "man muss auch nicht gleich ein Vereinsamt übernehmen", sagt der Rentner. Für ihn stehe das "Gemeinschaftserlebnis" im Vordergrund.
Am Fernpass gelandet
An geeigneten Tagen brechen die Vereinsmitglieder wie früher mit Fahrgemeinschaften auf in die Alpen - wenn günstige Thermik herrscht und der Wetterbericht einen ruhigen Tag verspricht. Nach dem Start treffen sich die Vereinsmitglieder dann häufig wieder in der Luft - und später wieder gemeinsam auf der Hütte.
Doch nicht immer läuft ein Flug nach Plan. Einmal startete Schneider vom Nebelhorn im Allgäu, landete erst am Abend am Fernpass. "Da stand ich dann, und hab versucht, zurückzutrampen." Sein Auto hatte er in Neu-Ulm geparkt. Schließlich kam er nachts um elf Uhr wieder zu Hause an. "Das Fliegen ist jedes Mal ein kleines Abenteuer. Dennoch sei das Risiko kalkulierbar, meint Schneider. "Als Einzelpilot bin ich zudem etwas riskanter unterwegs, als wie mit Begleitung."
Ohnehin liebe er das Risiko, erzählt der gelernte Schreiner. Wegen einer Stoffwechselkrankheit muss er einen Herzschrittmacher sowie künstliche Hüft- und Kniegelenke tragen. "Das Zeug ist alles in meinem Körper", sagt der 70-Jährige. "Aber ich berücksichtige das in keiner Weise." Die Technik müsse funktionieren. Neben dem Fliegen geht Schneider gerne tanzen, Motorradfahren oder zum Klettern. "Das ist für mich alles pure Lebensfreude."
Das schönste Gefühl aber sei weiterhin das Fliegen. "Zehn Jahre will ich's mindestens noch machen"; sagt Schneider.
Der Gleitschirmclub Oberschwaben trifft sich in der Regel jeden zweiten Freitag im Monat im Gasthaus Alter Bahnhof in Schemmerhofen, am Bahnhof 1. Beginn des Stammtischs ist um 20 Uhr. neue Mitglieder sind willkommen. Die genauen Termine stehen auch auf der Seite www.gleitschirmclub-oberschwaben.de
Albert Schneider ist zudem telefonisch zu erreichen unter der Nummer 0177/8451347 und per E-Mail an fullstallalbert@freenet.de
(Quelle: Schwäbische Zeitung)

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